Schuljahr 2019/20

Oktober


Exkursion am Europäischen Tag der Sprachen 2019

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Schülerinnen und Schüler der IGS Betzdorf-Kirchen erkunden Lüttich

Am Donnerstag, den 26. September 2019 machten sich alle Französischschülerinnen und Französischschüler der IGS-Betzdorf-Kirchen aus den Klassenstufen 7 und 8 zusammen mit ihren Französischlehrerinnen Frau Blum, Frau Burt, Frau Gösser und Frau Fielauf am Europäischen Tag der Sprachen auf den Weg in die belgische Großstadt Lüttich (Liège). Ziel der eintägigen Exkursion war es, das Sprachenlernen der Jugendlichen an einem außerschulischen Lernort zu fördern sowie in einer frühen Phase des Spracherwerbs im zweiten bzw. dritten Lehrjahr authentische Sprechsituationen zu schaffen und direkten Sprachkontakt mit dem Französischen herzustellen. Nach der Ankunft am Place St. Lambert (siehe Foto), dem geschichtsträchtigen Kern der Altstadt und Ort des Märtyrertodes des Heiligen Lambertus während der französischen Revolution, zogen die Lernenden– ausgestattet mit einem Stadtplan sowie mit einer Rallye und einem Interviewbogen – los, um die Stadtviertel Lüttichs mitsamt ihren malerischen kleinen Sträßchen zu erkunden. Da die ausgiebige Erkundung der Stadt nur im Dialog mit den Passanten möglich war, mussten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Sprechsituationen im Französischen meistern: Nicht nur erfragten sie sich selbstständig ihre Wege durch die Stadt, wenn der Stadtplan sie einmal in die Irre geführt hatte, sondern sie führten auch Interviews in den Fußgängerzonen, um ihre Rallye meistern zu können und um mehr über die Kultur der Stadt sowie über ihre Bewohner zu erfahren. Nachdem es die meisten Schülerinnen und Schüler ein wenig Mut und Überwindung gekostet hatte, einen fremden Menschen auf Französisch anzusprechen, konnten die Jugendlichen dennoch die schönsten Orte sowie ungewöhnliche Ecken und Plätze der Stadt entdecken: So gelangten sie zum Beispiel zur spektakulären Treppe der Montagne-de-Beuren, von deren Anhöhe aus sie einen fantastischen Panoramablick über die Stadt genießen konnten. Natürlich war es den Kids auch daran gelegen, ein wenig Freizeit in der Stadt zu genießen – auch in diesen Momenten konnten die Jugendlichen ihre in der Schule erworbenen Sprachkenntnisse anwenden, denn zufrieden und begeistert meldeten sie auf der Rückfahrt im Bus zurück: "Ich war shoppen – ich habe ohne Probleme an der Kasse Französisch gesprochen." Oder: "Ich habe mein Mittagessen auf Französisch bestellt – das richtige Essen kam am Tisch an, da war ich stolz!" Nach einem langen Tag voller Erfolgserlebnisse kamen die Siebt- und Achtklässler also am Abend wieder an der Schule an. Bevor sie in die Autos ihrer Eltern gestiegen sind, hallte uns Lehrerinnen ein lautes "Merci beaucoup. Au revoir!" entgegen, was uns zeigte, dass sich die lange Anreise in eine französischsprachige Stadt gelohnt hat. Auch in den folgenden Schuljahren werden die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 und 8 somit die Möglichkeit erhalten, diese spannende Reise nach Belgien anzutreten. Ein herzliches Dankeschön soll abschließend an den Förderverein der IGS Betzdorf-Kirchen gerichtet werden, der das Lernen an außerschulischen Lernorten stets fördert und großzügig bezuschusst.

A. Blum





Demokratie gestalten an der IGS Betzdorf-Kirchen


„Gutes Geld für gute Arbeit! Wir sind mehr wert!“, und weitere Schlachtrufe dieser Art ertönten auf dem Schulhof der IGS Betzdorf-Kirchen. Schüler mit Warnwesten und Trillerpfeifen machten lautstark auf sich aufmerksam. Doch warum fordern denn Schüler plötzlich 15 Prozent mehr Lohn?

Im Rahmen der Demokratieerziehung und des GL-Unterrichts fand erstmalig zusammen mit der IG Metall Betzdorf das Projekt „Demokratie gestalten“ statt, in dem die Schüler nicht nur die theoretischen Bestandteile der betrieblichen Mitbestimmung verstehen, sondern sie auch in einem Rollenspiel anwenden sollten. Unter der Leitung von Nicole Platzdasch, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Betzdorf, entdeckten die Schüler die Möglichkeiten der Mitbestimmung, arbeiteten den Unterschied zwischen Gewerkschaft und Betriebsrat heraus und lernten die einzelnen Etappen auf dem Weg zum Tarifvertrag kennen.

Begleitet wurde das Projekt von einem Filmteam, das mit Schülern der Stufe 8 und 10 den gesamten Vormittag das Script entwickelte, die Kameraeinstellungen besprach und Interviews vorbereitete. Sobald der fertige Film von allen Beteiligten und Erziehungsberechtigten eingesehen und freigegeben wurde, wird er auch auf der Homepage der Schule zu bestaunen sein.

Das Highlight des Tages stellte das Rollenspiel dar: Am Beispiel der fiktiven Firma ABC Zuckerbäcker versetzten sich die Schüler in die Lage der Mitarbeiter, deren Lohn 15 Prozent vom Flächenentgelt entfernt ist. Um den Chef zu überzeugen, arbeiteten sie Argumente aus und demonstrierten schlussendlich lautstark auf dem Schulhof. Denn eines wurde bei dem Projekt mehr als deutlich: Nur gemeinsam können die Schüler etwas erreichen.









 


Bischof Dr. Georg Bätzing diskutiert mit Oberstufen-schülern heikle kirchliche Fragen


Zölibat, Missbrauch, die Rolle der Frau in der Kirche waren unter anderem Thema bei dem „Aula-Gespräch“ der IGS Betzdorf-Kirchen.


Rund 120 Schülerinnen und Schüler der Religions- und Ethikkurse der Integrierten Gesamtschule Geschwister Scholl Betzdorf-Kirchen hatten sich in der Aula am Standort Betzdorf versammelt, um dem Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing auf den Zahn zu fühlen. Sichtlich gut gelaunt betrat Bätzing in Begleitung der stellvertretenden Schulleiterin Simone Löcherbach, des Religionslehrers Matthias Schneider und der beiden Moderatoren Victoria Schmidt und Marcel Schulte den Saal. Er freue sich, hier zu sein, habe er doch selbst in Betzdorf die Schule besucht und das Abitur gemacht. „Das konnte ich also gar nicht ablehnen“, sagte er, auch wenn die Schule nicht in seinem Bistum, sondern im Bistum Trier liege. Die Initiative, den Bischof an die Schule einzuladen, ging von Schülerinnen und Schülern des katholischen Religionskurses der jetzigen MSS 13 aus, die sich im letzten Schuljahr mit dem Wesen und den Aufgaben der Kirche beschäftigten. Dabei entstand die Idee, mit einem hochrangingen Kirchenvertreter zu diskutieren, wofür das neu geschaffene Format der „Aula-Gespräche“ geradezu perfekt war.

Die Moderatorin Victoria Schmidt, Schülerin der MSS 13, stellte ihm gleich zu Beginn die „Gretchenfrage“: „Was fasziniert Sie am Glauben?“ und: „Wollten Sie immer schon Priester werden?“ Bätzing bejahte beides und führte als Gründe für seine frühe Begeisterung die heilige Messe, die Heilige Schrift und das Leben Jesu an. Nach Jahrzehnten des priesterlichen Wirkens könne er sagen, diesen Schritt nie bereut zu haben, auch wenn es nicht immer einfach gewesen sei. Victoria Schmidt wollte wissen, ob dazu auch Zweifel an Gott gehörten. Der Bischof erzählte, dass einer seiner Neffen bei einem Verkehrsunfall sein junges Leben verloren habe. Es gebe auf solche Ereignisse keine klaren Antworten. Da sei auch er nicht der Experte gewesen, sondern ein Trauernder, der ebenso verzweifelt gewesen sei wie die übrigen Familienmitglieder. Aber die Existenz Gottes habe er nie in Zweifel gezogen.

Persönlich, aber zugleich auch weltkirchlich ging es weiter, als Marcel Schulte, ebenfalls Schüler der MSS 13, die Ökumene ansprach. Hier gab der Bischof ebenfalls ein biographisches Beispiel: „Ich habe bis zum dritten Schuljahr gebraucht, um überhaupt zu bemerken, dass es in meinem Dorf Evangelische gibt“, sagte er. Bis dahin seien die Schulen noch konfessionell getrennt gewesen. „Ich möchte, dass wir uns auf die Einheit der Christen weiter zubewegen“, gab er seinem Wunsch Ausdruck. Gerade die Gespräche mit evangelischen Christen haben dazu beigetragen, das eigene Profil geschärft zu haben. Auf die Frage, warum man dann nicht gemeinsam das Abendmahl feiern könne, denn da werde die Trennung doch am deutlichsten, antwortete der Bischof mit einem Zeitvergleich. Schließlich blicke man auf 500 Jahre Trennungsgeschichte. „Wenn Sie mal überlegen, was in den letzten 50 Jahren alles möglich geworden ist...“

Mehrfach verwies Bischof Dr. Bätzing auch auf die Weltkirche, die sich nur langsam bewege. Während man in Deutschland mit der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals vergleichsweise weit sei, hätten andere Länder damit noch nicht einmal begonnen. „Die Opfer tragen ihr ganzes Leben daran, und es hat immer auch etwas mit Machtmissbrauch zu tun“, sagte Bätzing zur größten Krise seiner Kirche. Es sei erschütternd, was alles zutage gefördert worden sei, und wie erschreckend sei es, dass Kirche offenbar nicht sicher sei für junge Menschen. „Wir müssen alles daran setzen, dass Kirche sicher ist für junge Menschen“, fügte er hinzu und nannte viele Initiativen, die es jetzt gebe. Auch lasse sich die Kirche extern beraten. Er räumte auch ein, dass die bekannt gewordenen Fälle womöglich nur das „Hellfeld“ seien und das „Dunkelfeld“ viel höher sei.

Als weitere kritische Themen sprachen Victoria Schmidt und Marcel Schulte auch das Verhältnis zum Islam, Homosexualität und Kirche, Zölibat und Frauen im Priesteramt sowie in Leitungsfunktionen an. Er räumte ein, dass der Ausschluss der Frauen vom Priesteramt „in unserem Land wohl die kritischste Frage ist“, denn sie berühre die Geschlechtergerechtigkeit elementar. Dabei verwies der Bischof darauf, grundlegende Veränderungen nicht alleine oder innerhalb Deutschlands beschließen zu können, denn die katholische Kirche sei eine Weltkirche.

Am Ende der Veranstaltung überreichte Matthias Schneider dem Bischof noch einen Präsentkorb im Namen der Schule, in dem sich unter anderem ein Siegerländer Schwarzbrot befand. Mit dem Hinweis, dass er nun zwei Schwarzbrote, eines davon selbst gekauft, mit nach Limburg nehme, bedankte er sich herzlich bei den Schülerinnen und Schülern, der Schule und ganz besonders bei den Moderatoren, die ihren Job hervorragend gemacht haben.



August


Einschulung der neuen 5. Klassen an der

IGS Betzdorf/Kirchen Geschwister Scholl


Am Dienstag, dem 13.08.2019, war wieder ein großes Ereignis für zahlreiche Schülerinnen und Schüler der neuen Klassen 5. Über 100 Kinder wurden an der IGS willkommen geheißen. Die Kinder und Ihre Begleitung, Eltern und Großeltern, füllten schnell die ganze Aula der Schule.

Um 9:oo Uhr feierten alle Anwesenden einen Ökumenischen Wortgottesdienst, zusammen mit den neuen Klassenleitern und zahlreichen Schülern der 6. Klasse, die diesen mit ihren Religionslehrern Frau Pundt und Herrn Hirz vorbereitet hatten. Das Thema des Gottesdienstes „Brich auf in eine neue Zeit“ in Anlehnung an die Abrahamsgeschichte der Bibel führte die Gottesdienstbesucher in den neuen Lebensabschnitt an der weiterführenden Schule ein.

Danach durften die Kinder und ihre Begleiter die künftigen Klassenzimmer besichtigen und erhielten von den Klassenleitern wichtige Informationen.

Die anschließende Einschulungsfeier in der Aula wurde von der Bläserklasse der Stufe 6 Un­ter der Leitung von Christian Normann eröffnet. Die jungen Musiker, die erst seit einem Jahr ein neues Musikinstrument erlernen, meisterten ihren Auftritt mit Bravour und erhielten ver­dienten Applaus.

Die Schulleiterin, Frau Berg-Bronnert, begrüßte die Schüler/innen mit dem Motto des Schul­jahres 2019/20 „Der sicherste Weg zum Erfolg ist immer, es noch einmal zu versuchen“ von Thomas Edison. Damit machte sie den Kindern Mut, einen neuen Versuch zu starten, wenn etwas nicht gleich gelingt.

Danach begrüßte die Stufenleiterin 5/6, Frau Höck, die Anwesenden. Mit einem Rückgriff auf Abraham, der im Vertrauen auf Gott einen neuen Weg eingeschlagen hatte, löste sie die eventuell noch vorhandene Anspannung und machte Mut für die neue Schule.

Nach der Vorstellung aller Klassenleiter und einem Überblick über das Programm der näch­sten Tage sorgte die Rockband der Schule für einen furiosen Ausklang der Feier. Auch sie wurde für ihren mitreißenden Auftritt mit viel Applaus bedacht.

Im Anschluss stellte Herr Spornhauer den Kindern einige Zug- und Busbegleiter vor, die ih­nen an den ersten Schultagen den Nachhauseweg erleichtern sollten.

Als Höhepunkt der Veranstaltung trafen sich alle auf dem Sportplatz, wo bunte Luftballons die Wünsche der Kinder und ihrer Begleiter  für die Schulzeit an der IGS in den Himmel tru­gen.

Zur anschließenden wohlverdienten Stärkung hielten die Vorstandsmitglieder des Förderver­eins kleine Snacks und Getränke zum Verkauf bereit.

Die letzten beiden Unterrichtsstunden verbrachten die Kinder in ihren Klassen, um die neuen Klassenkameraden und Lehrer kennenzulernen. Um 13:00 Uhr endete der erste Schultag und die neuen Schüler/innen der IGS traten mit ihren Zug- und Busbegleitern den Heimweg an.





Spendenaktion der IGS Betzdorf-Kirchen


Die Abiturient*innen der IGS Betzdorf-Kirchen – Geschwister Scholl spendeten 944,01 Euro an die Freunde der Kinderkrebshilfe Gieleroth. Die Hauptorganisatoren des Sozialprojekts der Jahrgangsstufe waren Anna Koch, Marta Jankowski und Salome Weckerlein. Sie erwirtschafteten den Großteil der Summe durch Kuchenverkäufe bei Schulveranstaltungen. Ein erheblicher Anteil kam durch eine zusätzliche Spendensammlung beim Gottesdienst im Rahmen der Abiturfeierlichkeiten dazu.

Zur offiziellen Übergabe der Spendensumme statteten Leon Loos (Kassierer der Jahrgangsstufe) begleitet von Martin Walter (MSS-Leiter der Schule) einen Besuch bei den Vereinsgründern Jutta und Ulli Fischer (1. Vorsitzende und 1. Schriftführer des Vereins) ab. Bei dieser Gelegenheit informierte das Ehepaar über die Entstehung und über die Aufgaben des Vereins. Vor ca. 25 Jahren organisierten sie als Benefizveranstaltung erstmals ein kleines Dorffest mit Fußballturnier. Daraus hat sich mittlerweile ein jährlich stattfindendes Sommerfest entwickelt, das von tausenden Menschen besucht wird. Hauptaufgabe des Vereins ist die Unterstützung von krebs- und schwerstkranken Kindern. Im Vordergrund steht dabei der direkte finanzielle und persönliche Beistand bei den kranken Kindern und ihren Familien. Darüber hinaus wird eine Vielzahl an Einrichtungen für kranke Kinder finanziell unterstützt. Durch Einnahmen des Sommerfestes und weiterer Aktionen ist es möglich, dass alle Spenden zu hundert Prozent bei bedürftigen Familien und Einrichtungen ankommen. Das nächste Sommerfest findet am 25. August am Sportplatz in Berod statt. Weitere Informationen zu den Freunden der Kinderkrebshilfe Gieleroth e.V. finden auf der Homepage des Vereins unter www.kkhg.de.